"Benimmregeln" für Unternehmen - Chefsache Governance
Bilanzskandale, Korruptionsvorfälle, Bankenkrise, Unternehmensinsolvenzen, opportunistisches Verhalten und persönliche Bereicherung Einzelner - Schlagwörter, die gegenwärtig fast täglich in den Medien zu finden sind.
Zunehmend hinterfragen dabei Politik, Investoren, Mitarbeiter und Kunden kritisch Entscheidungen von Unternehmen. Bei Missfallen oder Unverständnis wird rasch der Ruf nach Sanktionen laut.
Dieser Ansatz kuriert jedoch meist nur an Symptomen. Geeigneter reagieret, wer für sein Unternehmen einen Verhaltenskodex für verantwortungsvolles Handeln implementiert. Inadäquate oder ungenügend kommunizierte Entscheidungen einzelner Unternehmen führen oft zu Vertrauens- und Ansehensverlusten - häufig mit weitreichenden Auswirkungen. Sie spiegeln sich beispielsweise in erhöhtem Kommunikationsaufwand, steigenden Transaktionskosten oder gar im Konsumrückgang wider. Denn als Unternehmer, Anteilseigner, Kunde oder Lieferant wächst das Bedürfnis nach vertrauensvoller und erfolgreicher Zusammenarbeiten mit Marktpartnern.
Gerade für kooperative Unternehmensnetzwerke ist diese Frage von größter Relevanz, da diese von freiwilligen Verpflichtungen geprägten Strukturen in besonderem Maße auf vertrauensvolle Beziehungen setzen, um sich erfolgreich im zunehmenden Wettbewerb behaupten und Synergien für alle Beteiligten erwirtschaften zu können.
Quasi als "Essiz" einer vielzahl praktischer Erfahrungen soll ein "Network Governance Kodex" Richtschnur für eine sachgerechte, verantwortungsvolle Netzwerkführung und -aufsicht sein. Die PricewaterhouseCoopers AG und das Internationale Centrum für Franchising & Cooperation der Universität Münster sind gemeinsam mit dem ZGV, weiteren Organisationen und Praktikern aus Verbundgruppen und anderen Unternehmensnetzwerken der Frage nachgegangen, inwieweit ein eigenständiger Network Governance-Ansatz deren Geschäftsmodelle stützen und befördern kann.
Dazu wurden speziell für Kooperationen Grundsätze und Leitlinien entworfen und diese für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung zusammenfasst. Der Entwurf des Kodex enthält folgende Elemente, die die Experten für eine gute und integere Unternehmensführung für unabdingbar halten :
· Schaffung von Transparenz gegenüber internen und externen Anspruchsgruppen
· Implementierung eines adäquaten Risikomanagementsystems
· Installation eines Kontrollgremiums
· Besetzung der Geschäftsführung und langfristige Planung der Unternehmensnachfolge
Dem Entwurf des Network Governance Kodex kommt der Charakter einer freiwilligen Selbstverpflichtung für die unterzeichnenden Netzwerkzentralen zu. Für die Fortentwicklung und Verbreitung des Kodexentwurfes soll eine eigene Kommission ins Leben gerufen werden. Sie soll darauf hin wirken, dass der Kodex mit Leben erfüllt wird und die Bedeutung erhält, die den kooperativen Netzwerken insgesamt in der Wirtschaft zukommt.
Weitere Informationen zum Kodexentwurf und zum aktuellen Stand im Bezug auf dieses Projekt erhalten Sie hier
Anmeldung und Programm stehen für Sie zum Download bereit
